Amberg - Salesianerkloster

Kloster der Salesianerinnen von St. Augustinus, erbaut von Wolfgang Dientzenhofer nach seinen Plänen 1693-1696

Das dem heiligen Augustinus geweihte Kloster der Salesianerinnen wurde 1693-1696 von den Schwestern erbaut, die 1692 nach Amberg kamen. Wolfgang Dientzenhofer wurde mit der Planung und dem Bau des Klosters betraut. Dazu gehört auch die von Wolfgang Dientzenhofer zwischen 1697 und 1699 erbaute Klosterkirche.

Ausführliche Informationen

Geschichte

Am 24. März 1667 genehmigte Papst Alexander VII. auf Bitten von Henrietta Adelaide von Savoyen, der Gemahlin des Kurfürsten Ferdinand Maria, die Gründung von zwei Konventen der Salesianerinnen in München und Amberg. Das Kloster in der Landeshauptstadt war bereits 1671 gegründet worden.

Im Fall von Amberg erfolgte die Gründung des Klosters wahrscheinlich aus finanziellen Gründen erst viel später. Erst am 18. Januar 1692 gab Kurfürst Maximilian II. Emanuel von Bayern dem Ersuchen des Amberger Magistrats statt, Nonnen zur Erziehung von Frauen "zu anständiger, künstlerischer Arbeit, guten Tugenden und Gottesfurcht" zu errichten. Erst am 20. April 1692 zogen die sieben Schwestern aus dem Münchner Entbindungsheim in eine provisorische Unterkunft in Amberg und erhielten die Einkünfte der Klöster Gnadenberg und Seligenporten, die im Zuge der Reformation säkularisiert worden waren. Der Bau des Klosters selbst begann 1693 und wurde 1696 abgeschlossen.

Zwischen 1697 und 1699 wurde die Klosterkirche St. Augustinus unter der Leitung von Wolfgang Dientzenhofer nach eigenen Plänen erbaut.

Im Jahr 1753 gründete das Kloster ein Filialkloster in Sulzbach, das zwei Jahre später von sechs Nonnen bewohnt wurde.

Im Jahr 1793 zählte das Kloster, das auch beim Adel sehr beliebt war, 22 Nonnen und sechs Laienschwestern. Neben der Verbreitung der salesianischen Spiritualität durch die Gründung einer Andacht zu Ehren des Heiligsten Herzens Jesu (1725) widmeten sich die Schwestern vor allem der Erziehung der weiblichen Jugend, die sie unentgeltlich durchführten. Im Jahr 1782 besuchten 147 Mädchen die Klosterschule, die in zwei Unter- und zwei Oberklassen unterteilt war.

Die Säkularisation im Jahr 1802 bedeutete das Ende des Klosters. Das Kloster wurde am 2. März 1804 aufgelöst. Die Salesianerinnen zogen in ein Zweigkloster in Sulzbach. Die Kirche und das Kloster werden zusammen mit dem Konvent an die Deutsche Schulstiftung übertragen.

Die Mädchenschule blieb zunächst im Klostergebäude und wurde von vier Konventualinnen unterrichtet, die in den weltlichen Schuldienst eintraten. Zwischen 1805 und 1826 war in diesen Räumen auch die neu eingerichtete Provinzialbibliothek untergebracht. Der Beichtstuhl und die Klosterapotheke wurden versteigert. Die Klosterkirche diente fortan als Schulkirche, "damit die Zöglinge und Schüler ihren eigenen, von anderen Menschen ungestörten Platz für den täglichen Gottesdienst hatten".

Im Jahr 1849 erwarben die Armen Schulschwestern das Klostergebäude.

Architektur

Das Kloster ist als dreistöckiger, mehrflügeliger Komplex mit Giebeldächern konzipiert.

Inneneinrichtung

Die Dekoration wurde von Paolo di Aglio und Peter Camuze, Stuckateuren aus dem Ensemble von Giovanni Battista Carlone, ausgeführt.

Gegenwart

Derzeit ist das Kloster Teil des Dr. Johanna Decker Gymnasiums und der Realschule.

Besitzer / Nutzer

Dr. Johanna Decker Schulen, Schulstiftung der Diözese Regensburg
Tel.: 09621 / 481-12
E-mail: gymnasium[ZAVINÁČ]djds[TEČKA]de
www.djds.de
6. Juni 2023

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GPS: 49.4457339N, 11.8558392E
Klášter salesiánek